Hist. Romane

Donnerstag, 29. September 2011

"Die Liebhaber des Todes" von Boris Akunin

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(ATV, 365 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Moskau 1900: Die größten Schurken der Stadt buhlen um die Gunst der bezaubernden Geliebten des Herrschers der Unterwelt. Sie nennt sich Tod, denn wen sie erhört, der stirbt. Und sie alle jagen einem geheimnisvollen Schatz nach, der irgendwo unter der Stadt verborgen liegt. Dass ihnen ein kleiner Dieb namens Senka darin weit voraus ist, ahnt wohl nur Fandorin. Auch ihm ist die geheimnisvolle Schöne nicht gleichgültig, und das heißt, dass er mit seinem Leben spielt. Doch was ist das schon gegen die einmalige Gelegenheit, die Drahtzieher des Bösen alle auf einmal zur Strecke zu bringen?


Meine Meinung:
Auch von diesem Fandorin Roman bin ich total begeistert. Wie sich herrausstellt, spielt die Handlung zur gleichen Zeit wie das vorherige Buch "Der Magier von Moskau" - Fandorin hat also gleichzeitig zwei Fälle gelöst. Zwischendurch überschneiden sich die Handlungen, was man aber nur merkt, wenn man den vorherigen Band gelesen hat. Diese Geschichte hier wird aus Sicht von Senka, dem kleinen Dieb, erzählt, der gerne ein großer Fisch wäre, aber schnell bemerkt, dass er eigentlich kein richtiger Bösewicht ist. Zufällig findet er den Schatz von Moskau und lebt erstmal auf großem Fuß, immer in der Angst, einer der großen Banditen könnte ihn schnappen. Zudem träumt er davon, die schöne Tod zu seiner Geliebten zu machen... Fandorin und Senka treffen sich durch einen Zufall und Fandorin merkt schnell, dass Senka in ein Geheimnis verwickelt ist, dass es zu durchleuchten lohnt.
Super geschrieben, mit viel Humor und harter Brutalität! Am Ende erfüllt sich doch noch Tod's Schicksal und Fandorin verlässt wie im letzten Buch die Stadt - mit Senka als Assistent im Gepäck.


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Erster Satz:
Erst hieß sie natürlich nicht so, sondern ganz normal, wie es sein muss.

Letzter Satz:
Uns aber beglückwünschen wir dazu, dass eine prächtige Generation heranwächst, der wir unbesorgt das Schicksal des angebrochenen zwanzigsten Jahrhunderts anvertrauen können.


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Mein Rating: note1

Donnerstag, 16. Juni 2011

"Der Magier von Moskau" von Boris Akunin

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(Engl. Titel: She The Lover of Death, AtV, 304 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Moskau 1900: Die junge Colombina sehnt sich nach einem Leben voller Kunst und Leidenschaft. Deshalb ist sie, die eigentlich Mascha heißt und aus der sibirischen Provinz stammt, nach Moskau gekommen. Vom Club der „Liebhaber des Todes“ ist sie begeistert, denn man trägt hier düstere Gedichte vor und beschwört die Geister der Verstorbenen. Schnell ist Colombina die Geliebte des mächtigen Prospero, der diesem Zirkel vorsteht. Die Mitglieder des Clubs nehmen sich einer nach dem anderen das Leben. Doch ist es wirklich ihr Wunsch und Wille zu sterben? Die Moskauer Öffentlichkeit ist aufs höchste beunruhigt. Da taucht Fandorin als japanischer Prinz auf um sich selbst ein Bild der Sache zu machen.


Meine Meinung:
Ich habe noch keines der bisherigen Fandorin Bücher dermaßen schnell und gierig durchgelesen, wie dieses hier. Diesmal wird die Geschichte aus Tagebucheinträgen der jungen Colombina, den Spitzelberichten eines der Mitglieder des Clubs an den Geheimdienst und Zeitungsartikeln erzählt. Fandorin taucht anfangs nur als Nebenfigur auf. Er ist immer noch eine Persona non grata in Moskau und ermittelt in Sachen Selbstmörderclub auf eigene Faust.
Die Geschichte hat mich sehr fasziniert, die Beschreibungen des gesellschaftlichen Lebens im Russland zur Jahrhundertswende waren sehr interessant – nur die Gedichte habe ich am Ende nur noch überflogen. Das war dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

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Erster Satz:
Gestern gegen drei Uhr nachts wurden die Bewohner eines Mietshauses der Gesellschaft "Goliath" in der Semjonowskaja-Straße vom lauten Aufschlag eines schweren Gegenstands und einem nachfolgenden durchdringenden Geheul aus dem Schlaf gerissen.

Letzter Satz:
Aus dem Schwachen wurde ein Starker.


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Mein Rating: note1

Montag, 16. Februar 2009

"Die Detektivin" von Nikola Hahn

Detektivin "Die Detektivin" von Nikola Hahn
(Ullstein Verlag, 440 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Frankfurt am Main 1882: Die dreiundzwanzigjährige Victoria Könitz, Tochter aus großbürgerlichem Haus, fühlt sich in ihrer passiven gesellschaftlichen Rolle eingeengt und rebelliert dagegen. Besonders ihrer Mutter Henriette hätte es lieber, wenn sis ich wie ihre jüngere Schwester mehr für Handarbeit und Klavierunterricht interessieren würde, und auch ihr Vater sähe sie lieber verheiratet. Nach einem Volksfest im Stadtwald verschwindet das Dienstmädchen der Familie ihrer Tante Sophia auf mysteriöse Weise. Während der junge Kommissar Richard Biddling zunächst an einem normalen Vermißtenfall glaubt, ist Victoria der festen Überzeugung, dass Emilie, die sich vor allen Dingen um Sophias heißgeliebte Pflanzen in der Orangerie, dem Glashaus, gekümmert hat, einem Verbrechen zum Opfer fiel.
Victoria, die heimlich Detektivgeschichten und kriminalistische Lehrbücher liest, vermutet, dass die Lösung des Falles mit einem Geheimnis zusammenhängt, das sich im Glashaus, dem Lieblingsplatz ihrer Tante Sophia, verbirgt. Sie versucht, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen und gerät mit Biddling aneinander, der sich von einer Frau nicht belehren lassen will.


Meine Meinung:
Ein richtig schöner historischer Frankfurt-Krimi, ähnlich den Felicitas-Faber-Krimis von Barbara von Bellingen - allerdings mit einer viel sympathischeren Hauptdarstellerin. Die Geschichte wird einerseits aus Sicht der 23-jährigen Victoria erzählt, die sich dem damals gängigen Frauenbild nicht unterordnen möchte und ein Faible für Kriminalistik hat; andererseits aus Sicht des Kriminalkommissars Richard Biddling, der aus Berlin gekommen ist um die Morde des Frankfurter Stadtwaldwürgers von vor 10 Jahren aufzuklären, an denen damals schon seit Vater gescheitert ist. Schnell stellt sich heraus, dass der aktuelle Fall des verschwundenen Dienstmädchens mit den damaligen Mordfällen zusammenhängt.

Victoria hilft aktiv bei den Ermittlungen und findet bald heraus, dass ihre eigene Familie ganz tief mit drinnen steckt. Zusammen mit Biddling und seinem Assistenten Braun entwirrt sie ein dicht gewebtes Netz aus Halbwahrheiten und Heucheleien, kleinen und großen Lügen, welche die sogenannte höhere Gesellschaft in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.
Außerdem erfährt man eine Menge historische Informationen über Frankfurt und den Anfang der modernen Kriminalistik (-> Fingerabdrücke).


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Erster Satz:
Ich wünschte mir, Du könntest sehen, was für einen herrlichen Wäldchestag wir dieses Jahr haben!

Letzter Satz:
"Na dann, worauf warten wir noch, Richard?"


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Mein Rating: note1

Montag, 5. Januar 2009

"Die Herrin der Päpste" von Eric Walz

Walz "Die Herrin der Päpste" von Eric Walz
(Blanvalet Verlag, 627 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Es ist der Weihnachtstag im Jahr des Herren 963. In der Engelsburg zu Rom steht eine der mächtigsten Frauen des Jahrhunderts vor Gericht: Marocia, Senatrix von rom und hochbetagte Großmutter des derzeitigen Papstes Johannes XII. Angeklagt wegen Hochverrats am Heiligen Römischen Reich vom kaiserlichen Prokurator Luisprand, Bischof von Cremona.
Der Prozess ist Anlass, den außergewöhnlichen Lebensweg der Senatrix zu verfolgen. Als Sechzehnjährige wird sie von ihrer ehrgeizigen Mutter als Geliebte des Papstes Sergius III in den Lateran geschickt. An diesem Tag schwört sich marocia etwas, das kaum eine andere Frau ihrer Zeit wagte: selbst mächtig zu werden, um nicht länger eine Spielfigur der Mächtigen zu sein. Es ist der beginn eines an Licht und Schatten reichen Lebens: Von ihrer ersten Ehe mit dem Herzog Alberic von Spoleto bis zur Begegenung mit Lando, ihrer großen Liebe, von den gefährlichen feldzügen gegen ihre Kontrahenten - zu denen auch ihre eigene Mutter gehörte, bis zu ihrer spektakulären zweiten Ehe, die sie endgültig zur Herrin der Ewigen Stadt macht. Als Marocia über 90-jährig im Kloster stirbt, war sie Geliebte, Mutter und Großmutter je eines Papstes, hat drei Ehemänner und vier ihrer fünf Kinder überlebt, hat persönliche und politische Triumphe gefeiert und acht Jahre Gefangenschaft überstanden.

Meine Meinung:
Ein wunderschöner und sehr ansprechend erzählter Roman über das Leben der großen Marocia, die es mit jedem großen Namen ihrer Zeit aufgenommen hat und immer das erreicht hat, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Nur die Liebe ihrer Söhne blieb ihr verwehrt. Der Roman lässt sich von den Beschreibungen des Bischofs Luidprand von Cremona inspiriren, der Marocia des Hochverrats am Römischen Reich angeklagt hat. Eric Walz hat diese Beschreibungen genutzt und erweitert, so dass eine spannende Geschichte über das Leben einer für ihre Zeit ganz besonderen Frau entstanden ist.

Die historischen Landkarten von Italien und das Personenregister am Ende des Romans haben mir sehr geholfen den Überblick zu behalten.

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Erster Satz:
"Eine Leiche?" rief Luidprand von Cremona und reckte seinen Schildkrötenkopf aus der schwarzen Kutte.

Letzter Satz:
Sie schloss die Augen, lächelte und weinte.


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Mein Rating: Note2-

Dienstag, 15. Januar 2008

"Ein Netz so fein gesponnen" von Barbara von Bellingen

ag "Ein Netz so fein gesponnen" von Barbara von Bellingen
(Heyne Verlag, 286 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Frankfurt 1835. Der Frühling hat Einzug gehalten in der Freien Reichsstadt. Überall zeigt sich junges Leben. Auch im Hause des angesehenen Arztes Hans Christoph Faber kündigt sich Nachwuchs an. Doch gerade als Felicitats einem gesunden Mädchen das Leben schenkt, stribt ihrem Gatten ein Kleinkind unter den Händen. Bald schon hat die eigenwillige junge Frau die Strapazen der Geburt vergessen. Die Frühlingssonne lockt zu allerlei Unternehmungen, ein gesellschaftlicher Höhepunkt ist geboten: ein Konzertabend mit dem legendären Pianisten Franz Liszt.
Währenddessen häufen sich in der Familie, die auch den Verlust des zweiten Kindes zu beklagen hat, die Todesfälle. Ein schlechter Stern scheint über dem Haus zu stehen. Nichts Besonderes für die damalige Zeit: Hilflos muss der Arzt oftmals zusehen, wie der Tod Ernte hält. Felicitas jedoch schöpft Verdacht. Und trotz ihrer Mutterpflichten - und auch wenn der Haussegen schief hängt - stellt sie Nachforschungen an.


Meine Meinung:
Dies war jetzt der dritte und leider letzte Roman aus der Felicitas Faber Reihe. Leider hat mich in diesem Buch Felicitas' Naivität und Arroganz (besonders gegenüber ihren Angestellten) ziemlich genervt - vor allem die Geburtsszenen waren kaum auszuhalten. Mag sein, dass die jungen Frauen der höheren Gesellschaft damals wirklich so waren, trotzdem hat die Figur bei mir ein paar Sympathiepunkte eingebüst. Wieder sehr gefallen haben mir die Beschreibungen der damaligen Gesellschaft und des täglichen Lebens.
Gewundert hat mich nur, dass niemand (vor allem nicht die Ärzte) darauf gekommen sind, dass bei den Todesfällen Gift im Spiel sein könnte. Selbst beim damaligen Stand der Medizin sollte das doch keine Schwierigkeit sein, zumal alle Personen bis kurz vor ihrem Tod noch kerngesund waren.
Fazit: Netter historischer Krimi mit Schwächen.

Weitere Romane der Felicitas Faber Reihe:
1. "Der Steinerne Gast"
2. "Wer ohne Schuld ist"


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Erster Satz:
Kätt hatte die schweren Übergardinen aus gestreiften hellgelben Damast zugezogen.

Letzter Satz:
Und dann brachen die Freundinnen in allgemeines Gelächter aus - wie in alten Zeiten.


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Mein Rating: note3

Sonntag, 30. Dezember 2007

"Die Pelzhändlerin" von Ines Thorn

Pelzhaendlerin "Die Pelzhändlerin" von Ines Thorn
(Rowohlt Verlag, 499 Seiten)


Kurzbeschreibung:
Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Einzige Zeugin ist die Wäscherin Martha. Sie ergreift die Chance, verheimlicht den Tod Sibyllas und setzt ihre eigene Tochter Luisa, die Sibylla immer schon sehr ähnlich gesehen hat, an deren Stelle.
Luisa ist froh, keine Wäscherin mehr zu sein, heiratet den Jungesellen der Kürschnerei und lebt einige Jahre als Meisterfrau ihr Leben, doch die Furcht entlarvt zu werden, verlässt sie nie. Als ihr Mann der Pest zum Opfer fällt und sie sich in den Arzt Isaak Kopper verliebt, gerät sie in Bedrängnis. Denn die Regeln der Zunft schreiben vor, dass sie einen Meister heiraten muss, wenn sie die Kürschnerei behalten will. Wie wird sie sich entscheiden?


Meine Meinung:
Endlich habe ich mich mal wieder gewagt einen richtigen historischen Roman zu lesen und "Die Pelzhändlerin" hat mich nicht enttäuscht. Spannend und mitreißend wir das Leben von Luisa erzählt, die mit 16 Jahren zur Kürschnertochter Sybilla wird und fortan ihr ganzes Leben auf den Erfolg der Kürschnerei auslegt um dem schlechten Gewissen zu entkommen. Dafür verzichtet sie auch auf die Liebe ihres Lebens.
Der letzte Teil des Buches, in dem Sybilla zunehmens hartherzig und frustriert ist, hat mich besonders mitgenommen. Das Ende fand ich dann auch sehr tragisch, wobei sich dieses Gefühl nach dem Epilog wieder etwas gelegt hat.
Fazit: Schöne Geschichte mit Einblick in die Zünfte des 15. Jahrhunderts.

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Erster Satz:
Die Turmuhr der nahen Liebfrauenkirche schlug die Mittagstunde.

Letzter Satz:
Isaak lächte und zog sie an sich. "Natürlich."


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Mein Rating: note2

Freitag, 26. Oktober 2007

"Loreley" von Kai Meyer

Loreley "Loreley" von Kai Meyer
(Heyne Verlag, 393 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Anno domini 1320. Zwei Mädchen wachsen in einer Burg am Rheinufer zu jungen Frauen heran. Die burschikose Ailis geht beim Burgschmied in die Lehre, Fee ist die verwöhnte Nichte des Grafen. Von Kind an sind die beiden unzertrennlich - bis Ailis das schreckliche Geheimnis der Grafenfamilie entdeckt. Auf einer Klippe, hoch über dem Main, hält Graf Wilhelm ein kleines Mädchen in einem vergitterten Felsschacht gefangen. Ailis gerät in den Bann des sonderbaren Kindes. Fasziniert lässt sie sich von den Gesängen der Kleinen betören. Doch schließlich ist es Fee, die die Kleine befreit - und dadurch unsagbaren Schrecken heraufbeschwört. Denn im Körper des Mädchens lauert eine Kreatur, so alt wie die Welt, die nur darauf wartet, Verdamnis über das Land am Rhein zu bringen. Mit Hlfe eines Trupps skurriler Spielleute stellt Ailis sich zum Kampf gegen das furchtbare Wesen - und gegen ihre Freundin Fee, die dem Geist des Loreleyfelsens längst verfallen ist.


Meine Meinung:
Gestern Abend habe ich die letzten Seiten von "Loreley" gelesen und weiß gar nicht so recht, ob ich begeistert bin oder nicht. Das liegt allerdings überhaupt nicht am Buch selbst. Die Geschichte ist toll geschrieben, die historischen Fakten sehr interessant (z. B. die Bett-mit-dem-Gast-teilen-Sache) und ich konnte mich auch prima in die Hauptpersonen reinversetzen. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel! Irgendwann hat mich das "besessene" kleine Mädchen dann nämlich im Traum besucht und spätestens dann habe ich eine ziemliche Abneigung gegenüber dem Echo entwickelt. smilie_frech_081 Wie es schließlich mit den Bewohnern der Burg von Fee's Ehemann Baarn verfahren ist, hat mir dann noch den Rest gegeben. Trotzdem konnte ich das Buch aber auch nicht zur Seite legen, weil es wirklich toll geschrieben ist und ich auch unbedingt wissen wollte wie es ausgeht. Das war bestimmt nicht mein letzter Kai Meyer Roman.
Fazit: Sehr interessante und intensive Mischung aus Fantasy und historischen Roman.

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Erster Satz:
Fragt Sie, welche Sprache der Mond spricht.

Letzter Satz:
Horch nur, da! Hör ganz genau hin!

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Mein Rating: Note2-

Freitag, 6. Juli 2007

"Wer ohne Schuld ist" von Barbara von Bellingen

bellingen "Wer ohne Schuld ist" von Barbara von Bellingen
(Heyne Verlag, 287 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Frankfurt am Main im Jahre 1834. Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat Dr. Faber als Gerichtsmediziner den gewaltsamen Tod einer junger Frauen feststellen müssen. Alle Opfer führten ein unauffälliges Leben, waren um die Dreißig, unverheiratet und ohne Familie. Sie gingen einer anständigen Tätigkeit nach und keine von ihnen hatte offensichtliche Feinde. Alle Frauen wurden in ihren eigenen vier Wänden umgebracht. Ein Motiv ist nicht zu erkennen. Der Mörder hat keine Spuren hinterlassen und Zeugen gibt es auch nicht. Die Polizei ist ratlos, die Bevölkerung zornig und verängstigt.
Als auch noch Minchen, die Schneiderin von Felicitas Faber ums Leben kommt, kann diese es nicht länger tatenlos mitansehen. Sie ist fest entschlossen, Licht ins Dunkel zu bringen. Im Gegensatz zu den Gendarmen hat sie nämlich Gemeinsamkeiten bei allen Mordfällen festgestellt: Alle Frauen wiesen ein körperliches Gebrechen auf, welches der Mörder nach dem Tod der Frauen mit einem roten Tuch bedeckte. Felicitas beschließt, sich dem Mörder als Lockvogel anzubieten.


Meine Meinung:
Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan der Felicitas Faber Reihe und habe mir den bisher (?) letzten Band bereits bestellt. Auch diesmal war es wieder sehr schön in des Frankfurt des 19. Jahrhunderts zu schlüpfen - in dem noch alles ganz anders war als heutzutage.
Auch diesmal mischt sich Felicitas wieder in die Aufklärung eines bzw. mehrere Verbrechen ein - hauptsächlich aus Langeweile. Was kann eine verheiratete Frau aus der besseren Gesellschaft auch schon den ganzen Tag tun, außer Handarbeiten und auf den lieben Gatten warten!? Dieser vernachlässigt Felictas in letzter Zeit ziemlich oft ohne eine Erklärung abzugeben, was eine handfeste Ehekrise im Hause Faber auslöst.

Hauptsächlich wird Felicitas' Leben beschrieben, die Probleme, mit denen Sie als moderne Frau zu kämpfen hat und die eigentliche Aufklärung des Mordfalles läuft nur nebenbei. Erst zum Schluss wird es dann für Felicitas gefährlich, wobei ich mich die ganze Zeit gewundert habe, wie man nur so naiv sein kann.

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Erster Satz:
Das heitere Lächeln schien irgendwie nicht zu dem Gesicht der jungen Frau zu passen, denn dieses Gesicht war schrecklich entstellt.

Letzter Satz:
Felicitas' Lächeln wurde zu einem leisen Lächeln, während sie tief einatmete und anfing, undamenhaft lange Schritte zu machen.


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Mein Rating: note2

Donnerstag, 10. Mai 2007

"Hexenkind" von Celia Rees

Hexenkind
"Hexenkind" von Celia Rees
(Original Titel: "Witch Child", Arena Verlag, 267 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Als Enkelin einer "überführten" Hexe rettet sich Mary unter Lebensgefahr auf ein Auswandererschiff in die Neue Welt. Doch das Erbe der Großmutter - ihr unbezwingbarer Freiheitsdrang und eine seltene spirituelle Begabung - wird Mary auch im puritanischen Amerika des 17. Jahrhunderts zum Verhängnis. Als sie erneut als Hexe verdächtigt wird, bleibt ihr nur noch die Flucht in die Wildnis.



Meine Meinung:
Dieses Buch lässt sich sehr gut lesen und ist leider ein bisschen kurz. Die Geschichte von Mary wird als Einträge aus ihrem Tagebuch präsentiert, die über 300 Jahre später eingenäht in einem Quilt gefunden wurden (laut der Autorin). Mary erzählt, wie ihre Großmutter erhängt wurde, wie ihr ihre Mutter hilft, einen Platz auf einem Schiff nach Amerika zu bekommen und was im ersten Jahr in der neuen Heimat alles geschieht. Die Beschreibungen über die anstrengende monatelange (!!) Seefahrt und das Mühsal sich ein neues Zuhause aus dem Nichts aufzubauen, sind sehr interessant und mitreißend geschrieben.

Wenn man die Art und Moral der Puritaner in Mary's Dorf sieht, wundert es einen nicht, dass Amerika das Land ist, welches es heute ist. Ich stelle es mir furchtbar vor, als Frau ständig auf der Hut sein zu müssen, dass man ja nicht das Missfallen des Priesters oder der Älteren weckt (aus welchem Grund auch immer) und von denen dann sofort als Hexe gebrandmarkt zu werden. Mit Mary's Flucht in die Wildnis endet das Buch dann auch leider schon. Ich werde mir sicher irgendwann auch noch das Nachfolgebuch "Hexenschwestern" zulegen.

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Erster Satz:
Ich bin Mary. Ich bin eine Hexe.

Letzter Satz:
Wir werden für Mary Nachrichten hinterlassen, wohin wir auch gehen.


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Mein Rating: note2

Donnerstag, 22. März 2007

"Der steinerne Gast" von Barbara von Bellingen

gast "Der steinerne Gast" von Barbara von Bellingen
(Heyne Verlag, 317 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Dr. Faber muss eine junge Frau obduzieren, die völlig überraschend gestorben ist. Felicitas, seine Frau, schmuggelt sich in den Obduktionssaal und versteckt sich dort. Sie ist chronisch neugierig und will wissen, was mit der Frau passiert ist. Es stellt sich heraus, dass die Tote im dritten Monat schwanger war und Opfer einer unsachgemäßen Abtreibung geworden ist. Für Felicitas ein Grund, die Sache weiter zu verfolgen. Während sie mit ihrem Mann eine Aufführung von Mozarts "Don Giovanni" sieht, kommt es zu einem zweiten Todesfall. Ein angesehener Bürger der Stadt wird erhängt aufgefunden. Doch die Ermittlungen deuten auf einen Mordfall hin. Felicitas entdeckt Verbindungen zwischen den beiden Toten, die bis in die feine Gesellschaft Frankfurts reichen. Scheinbar war der reiche Geschäftsmann ein Frauenheld und hat so manche junge Frau aus der niederen Gesellschaft unglücklich gemacht.



Meine Meinung:
Mehr ein historischer Roman als ein Kriminalroman, da der Großteil der Handlung eigentlich die damalige Zeit und Gesellschaft beschreibt. Die Kriminalhandlung ist ehr zweitrangig. Anfangs musste ich mich erstmal an die ungewohnte Sprache gewöhnen (die höheren Herrschaften sprechen die niederen in der dritten Person Singular an), aber dann hat es mich gepackt und ich fand es schon allein ziemlich spannend, Felicitas im Frankfurt des frühen 19. Jahrhunderts zu begleiten - selbst wenn sie gerade mal nicht auf der Suche nach der Geliebten des toten Geschäftsmanns und dessen Mörder war.

Die Lösung der Geschichte habe ich schon früh geahnt, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Ich werde mir auf jeden Fall den zweiten Teil mit der emanzipierten Felicitas Faber "Ein Netz so fein gesponnen" besorgen. Sollte jemand einen anderen historischen (Kriminal)Roman aus dieser Zeit empfehlen können, würde ich mich freuen davon zu erfahren.

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Erster Satz:
"Meine Herren", Doktor Faber zupfte sich die Ärmelschoner an den Handgelenken zurecht und rückte seine große graue Wachstuchschürze gerade, "wir haben vor uns die Leiche einer noch nicht identifizierten jungen Frau zwischen siebzehn und zwanzig Jahren."

Letzter Satz:
Die Damen applaudierten, als er Felix in den Arm nahm und küsste.


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Mein Rating: note2

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